Monatsarchiv für Mai 2016

Norwegian Epic – Mittelmeer trifft Atlantik

9. Mai 2016

Schiff Ahoi

Schiff Ahoi

330 m Länge

330 m Länge

Bei tristem, grauem Wetter hob die vollbesetzte Lufthansa Maschine in Frankfurt am 14.02.2016 ab mit dem Ziel: Barcelona. Die impulsive und lebhafte Metropole am Mittelmeer begrüßte uns am Flughafen mit herrlichen blauen Himmel planmäßig um 15:05 Uhr.
Obstbuffet

Obstbuffet


Wie immer an einem spanischen Flughafen, hat man gefühlt mehrere Kilometer zurückzulegen, wenn man vom Gate zum Kofferband geht. Bis die Koffer kamen, vergingen nochmals Ewigkeiten.

Eine knappe Stunde nach Ankunft hatten wir unsere Koffer, gingen in Richtung Ausgang und leichte Panik machte sich breit. Es war mittlerweile 16.10h. Ursprüngliche Abfahrt unseres Schiffes war für 16.30 Uhr geplant.

Während der Fahrt vom Flughafen zum Hafen bekamen wir den ersten Eindruck unseres schwimmenden Hotels: 329 m Länge und 19 Decks hoch. Neben den anderen Schiffchen war unsere Epic ein richtiger Koloss dagegen.

Am Hafen ging die Einschiffung sehr schnell. Wir waren die letzten Passagiere die eingeschifft wurden. Die restlichen 5.000 Gäste, bestehend aus Amerikanern, Kanadiern, Skandinaviern und mindestens 10% deutschsprachigen Gästen, warteten nur noch auf uns. Kaum an Bord, legte das 18. größte Passagierschiff der Welt ab. Selbst wir stürmten voller Vorfreude auf´s Sonnendeck, um das Auslaufen mit zu verfolgen. Überall auf dem Schiff tanzten und lachten die Leute, feierten die Ausfahrt, während die Sonne hinterm Horizont verschwand.

Nachdem die Sonne verschwunden war und wir mit voller Fahrt durch den sternenklaren Himmel fuhren, zogen wir uns das erste Mal auf unsere Balkonkabine zurück. Dort gab es eine unerwartete Überraschung: Es gibt keine räumliche Trennung zwischen der Dusche/WC und dem Schlafbereich, lediglich einen Vorhang. Ansonsten sind die Epic Kabinen klein, aber fein.

Das Schiff bietet eine vielfache gastronomische und kulinarische Vielfalt. Vom Buffetrestaurant, welches vormittags, mittags und abends genauso geöffnet ist, wie die verschiedenen A-la-carte und Menü Restaurants. Insgesamt 11 Restaurants mit 23 verschiedenen Dining-Optionen, außerdem sorgen 19 Bars für Erfrischungen. Für Kinder steht ein gigantischer (englischsprachiger) Kinderclub zur Verfügung. Für Teenies gibt es einen eigenen „Teens Club“. Ein großzügig gestalteter Aktiv- und Wellnessbereich rundet das Angebot auch für Erwachsene ab.

Gigantisch ist auch die Kabinenauswahl auf dem riesigen Schiff. Für Alleinreisende gibt es günstige Innen-Kabinen, die sogenannten „Studios“. Von normalen Innenkabinen, über Balkonkabinen, zu Minisuiten, bis hin zur 79qm großen Deluxe Owner´s Suite ist alles geboten. In den einzelnen Kategorien gibt es noch verschiedene Unterkategorien. Für jeden Bedarf ist die passende Kabine dabei.

Am Seetag probierten wir so viele Sachen wie möglich auf dem Schiff zu unternehmen, ein unmögliches Unterfangen, da das Angebot einfach zu groß ist und wir viel zu viel Spaß mit den riesigen Wasserrutschen hatten. Bei 25°C Außentemperatur und einer leichten Prise genossen wir das kühle Nass und haben sämtliche Wasserrutschen getestet und zwischendurch wieder ein paar Sonnenstrahlen auf der Liege getankt. Abends entdeckten wir den Hotspot des Schiffs – den „The Cavern Club“, wo beinahe allabendlich die Beatles auftraten. Die Stimmung war unbeschreiblich, alle Gäste schunkelten, sangen und tanzten zu den bekannten, wie auch unbekannteren Hits der mitreisenden Band. Kaum eine andere Bühnenshow im Theater konnte das hohe Niveau der Beatles übertrumpfen.

Das erste Ziel nach dem Seetag war Marokko.

Unser Anlaufhafen war Tanger im Norden des wohl saubersten afrikanischen Landes. Von Marokko konnte ich mir vor dem Aufenthalt nicht wirklich ein Bild machen.

Früh morgens fuhr unser Schiff in den marokkanischen Hafen ein. Nach dem Frühstück zog es mich dann raus nach Tanger.

Entlang des Kais ging es an der königlichen Yacht des machthabenden Monarchen vorbei. Am Hafenausgang angekommen, ertönten muslimische Gesänge des Muezzins. Dort traf ich auf meine Reisebegleiter und wir gingen zusammen in die wohl schönste orientalische Altstadt – wie bei 1001 Nacht. Wir gingen durch einen mittelalterlichen Torbogen hindurch und plötzlich standen wir in einer weißen, atemberaubenden Stadt mit kleinen verwinkelten Gässchen und einer freundlichen, lebhaften Bevölkerung. Dort probierten wir gefüllte Kartoffeltaschen, ein typisch marokkanisches Gericht und tranken dazu ein Gläschen Wein. Vorbei an zahlreichen orientalischen Läden schlenderten wir zurück zum Schiff.

Am selben Abend, gegen 19.30 Uhr, besuchten wir im Schiffstheater die Tanzshow „Burn the Floor“. Wir erlebten die Vielfalt des Tanzens von Walzer bis hin zu Tango und Rumba.

Danach speisten wir im chinesischen Restaurant „Shanghais Noodle“. Dort gibt es eine riesige Vielfalt an asiatischen Nudelgerichten.

Den Abend haben wir anschließend in der Diskothek bei einer Runde Swing ausklingen lassen.

Tag 4 der Reise führte uns, auf dem Atlantik, entlang der marokkanischen Küste. Die Sonne versteckte sich hinter den Wolken. Wir amüsierten uns im Casino, sahen den Amerikanern zu, wie sie ihr Geld immer wieder an den verschiedenen Spieltischen verspielten und wieder gewannen. Den ganzen Tag entspannten wir an den verschiedensten Orten des Schiffs. Mal erholten wir uns am Sonnendeck, mal waren wir an der Kletterwand des Schiffes zu finden. Die meiste Zeit waren wir jedoch bei dem Mittagessen im Hauptrestaurant. Das 7-gängige Menü lies keine Wünsche offen. Unser Abendprogramm begann mit dem Besuch in der Eisbar, wo wir mit ausgeliehenen Eskimo-Mänteln saßen. Bei minus 10 Grad genossen wir dort verschiedene Getränkevariationen. Nach diesem einmaligen Erlebnis gingen wir erneut zu den Beatles und hörten den Rock-Klängen vergangener Zeiten zu.

Den vorletzten Tag unseres Aufenthaltes an Bord, verbrachten wir im Hafen von Gran Canaria. Es gab noch so viel auf dem Schiff zu entdecken, dass wir es nicht schafften, die kanarische Insel zu besuchen. Wir wollten unbedingt alle Dining-Möglichkeiten und Bars ausprobieren. Zudem durften wir in den Suite-Bereich. Dieser war sehr großzügig und bietet seinen Gästen ein eigenes Restaurant, eine Lounge, einen Fitnessraum mit zusätzlicher Sauna, sowie ein eigenes Sonnendeck mit Pool. Abends genossen wir das Ambiente im Teppanyaki Restaurant (gegen Gebühr) inklusive Show-Cooking.

Am letzten Tag auf Teneriffa hieß es Abschiednehmen von der Epic.